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Blütenvielfalt – Regionale Wildpflanzen für artenreiches Grünland: Umsetzung in Sachsen-Anhalt (RegioProD)

Artenreiche Grünlandlebensräume, darunter auch die meisten FFH-Lebensraumtypen der Kulturlandschaften, sind in Deutschland überwiegend in einem schlechten Erhaltungszustand, was zum Rückgang offenlandtypischer Insektenarten beiträgt. Für die Wiederherstellung artenreichen Grünlands in der freien Natur wird nach den Vorgaben von § 40 des Bundesnaturschutzgesetzes gebietseigenes Wildpflanzensaatgut und Direkterntematerial benötigt. Dieses steht in vielen Regionen Deutschlands, bspw. für Renaturierungs- und Naturschutzprojekte sowie Kompensations- oder Baumaßnahmen in der freien Natur, noch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Darüber hinaus bestehen vielfach noch Wissensdefizite hinsichtlich der Umsetzung naturnaher Begrünungen. Daher soll im Projekt „RegioProD“ die Verfügbarkeit von direkt geerntetem diasporenreichem Wildpflanzenmaterial und gebietseigenem Saatgut für die naturnahe Aufwertung und Neuanlage von artenreichem Grünland in Deutschland verbessert werden.

Extensiv bewirtschaftete Flachlandmähwiese in der Elbaue bei Steutz (Foto: Lars Huth)
Abräumen von Mahdgut auf einer Spenderfläche für einen Mahdgutübertrag (Foto: Lars Huth)
Artenreiches regionales Wildpflanzensaatgut (Foto: Marika Ley)
Naturnah begrünter ehemaliger Ackerstandort bei Wimmelburg (Foto: Sandra Mann)

Projektschwerpunkte

Das übergeordnete Ziel des Verbundvorhabens ist eine Verbesserung der Verfügbarkeit und eine Ausweitung der Anwendung von gebietseigenem Saatgut und Direkterntematerial für die Aufwertung und Neuanlage von artenreichem Grünland. In Sachsen-Anhalt sowie vier weiteren Bundesländern (Niedersachsen, Sachsen, Hessen, Schleswig-Holstein) sind hierzu in ausgewählten Ursprungsgebieten verschiedene Maßnahmen geplant. Dabei werden folgende Teilziele verfolgt:

  1. Bundesweite Vernetzung von Akteur*innen und Verbesserung des Wissens über naturnahe Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut und Direkternteverfahren zur Aufwertung und Neuanlage von artenreichem Grünland.
  2. Verbesserung der Verfügbarkeit fachlicher Grundlagen über charakteristische Grünlandtypen in den ausgewählten Ursprungsgebieten, die als Zielvegetation für Grünlandneuanlage bzw. -aufwertungen dienen können. Verbreiterung des Angebots an naturschutzfachlich hochwertigen Mischungsrezepturen für die Neuanlage von mesophilem Grünland und Straßenbegleitgrün unter Berücksichtigung der Anforderungen durch den Klimawandel.
  3. Verbesserung des Zugangs zu gebietseigenem Ausgangsmaterial für die Aufwertung und Neuanlage artenreichen Grünlands (Ausgangssaatgut und diasporenhaltiges Pflanzenmaterial für Direktübertragungen) durch Aufbereitung vorhandener Kenntnisse, Identifikation und Bewertung von Spenderflächen sowie die Vorbereitung von regional bedarfsgerechten Kataster- bzw. Erfassungslösungen.
  4. Qualifizierung und Vernetzung von Fachakteur*innen für Direkternte- bzw. Übertragungsverfahren.
  5. Fachliche Unterstützung neuer und bestehender Wildsaatgut produzierender Betriebe durch Bereitstellung von Qualifizierungsangeboten und Vernetzung mit bestehenden Vermehrungsbetrieben.
  6. Verbesserung der Voraussetzungen für den Aufbau von Vermehrungen gebietseigenen zertifizierten Wildpflanzensaatguts (Menge und Artenreichtum) durch den Aufbau und die Erprobung von Sammelnetzwerken für Ausgangssaatgut und die Bereitstellung von Ausgangssaatgut für Vermehrungsbetriebe.
  7. Kenntnisgewinn durch modellhafte Erprobung von Direkternteverfahren und neu entwickelten artenreichen Wildpflanzenmischungen im Rahmen von Demonstrations- und Praxisversuchen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Pflegevarianten. Ableitung von Empfehlungen für die Anlage und Pflege naturschutzfachlich hochwertiger Grünlandbestände sowie zur Optimierung der Wildpflanzenmischungen.
  8. Qualifizierung der Planer- und Anwender*innen von Begrünungsmaßnahmen in Bezug auf rechtliche Grundlagen, Organisation, Umsetzung und Pflege naturschutzfachlich hochwertiger Offenlandvegetation (Grünland, ingenieurbiologische Maßnahmen, Insektenschutz) sowie zur langfristigen Erhaltung artenreicher Spenderflächen. Vermehrung des Wissens über naturnahe Begrünungsverfahren in Naturschutzbehörden, Verbänden, Planungsbüros und regionalen Initiativen (u. a. zur Förderung blütenbesuchender Insekten).

Projektgebiet

Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Sachsen, Hessen, Schleswig-Holstein

Weitere Projektdetails

Neuigkeiten vom Projekt auf Instagram

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    ➡️Online-Vortragsankündigung 🔔 am 28. Januar, 14:00 bis 15:30 Uhr Unsere Kollegin Sandra Mann hält einen Vortrag über „Hinweise zu Kalkulationen und Ausschreibungen von Maßnahmen mit gebietseigenem Saatgut/Samenmaterial“. Der Vortrag ist Teil einer Vortragsreihe des Projektes #RegioProDe / #Blütenvielfalt, in Kooperation mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (@dvl). Weitere Informationen und den Teilnahmelink findet ihr unter: www.dvl.org/aktuelles/veranstaltungsdetails/online-vortragsreihe (eine Anmeldung ist erforderlich) Die Präsentationsfolien aller Veranstaltungen stehen im Anschluss zum Download zur Verfügung✨ Projektpartner: @hsanhalt @hs_osnabrueck @stiftungnaturschutzsh @dvlandschaftspflege Ein Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Gefördert von: @mwu.lsa @umweltministerium @Bundesamt für Naturschutz

  • offenlandinfo
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    Rückblick von der Schulungsreihe im Projekt Blütenvielfalt RegioProD Der Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten (VWW) hat im vergangenen Jahr zusammen mit der Hochschule Anhalt seine erfolgreiche Schulungsreihe für den Anbau von regionalem Wildpflanzen-Saatgut fortgesetzt und Interessierte auf dem Campus Strenzfeld sowie auf den Vermehrungsflächen von WildLand in Gröna begrüßt. Die Wildpflanzenvermehrer Sascha Fritzsch und Matthias Stolle bereicherten die Schulung mit ihrem angewandten Wissen. Die Teilnehmenden konnten ihre Kenntnisse vertiefen und praktische Erfahrungen sammeln. Ziel ist es, Erfahrene mit zukünftigen Anbauern zu vernetzen und damit langfristig die Artenvielfalt in unserer Region zu fördern. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz und den jeweiligen Bundesländern gefördert.